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Dokumentation der Fachtagung „Pflege im digitalen Wandel“

Fachtagung
„Pflege im digitalen Wandel“ 24.03.2021

Der digitale Wandel in der Pflege und in der Beratung zu Pflege und Alter ist kontinuierlich mit komplexen Veränderungsprozessen verbunden. Um die Digitalisierung mitgestalten zu können, ist eine Unterstützung durch geeignete Qualifizierungen notwendig: Beschäftigte sollen befähigt werden, die Chancen digitaler Technologien im eigenen Arbeitskontext zu erkennen und zu nutzen. Was bedeutet Digitalisierung für Pflege und Beratung, welche neuen Anforderungen entstehen und welche Kompetenzen sind wichtig, müssen vertieft oder gar neu entwickelt werden?

Die Fachtagung des Vorhabens „Zusatzqualifizierung Pflege 4.0 – Kompetenzen für die Pflege im digitalen Wandel“ hat diese Fragen aufgegriffen und in diesem Kontext die Zusatzqualifizierung Pflege 4.0 sowie andere Berliner Projekte vorgestellt. Die Beiträge der Veranstaltungen haben wir hier für Sie zusammengestellt.


Eröffnung und Begrüßung

Dilek Kalayci
Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Eröffnet wurde die Tagung durch Senatorin Dilek Kalayci. In ihrem Grußwort verwies sie darauf, dass die Förderung digitaler Kompetenzen eines der zentralen Anliegen ihrer Berliner Landesinitiative „Pflege 4.0 – Made in Berlin“ ist. Die Initiative verfolgt das Ziel, nachhaltige und grundlegende Strukturen sowie Bedingungen in Berlin zu schaffen, die zur Potenzialentfaltung digitaler Technologien für das Berufsfeld Pflege und für die Lebenswelt pflegebedürftiger Menschen beitragen. Dieses Ziel wird in Berlin durch die Förderung des Kompetenzzentrums „Pflege 4.0″ – Leben ∙ Pflege ∙ Digital und die Zusatzqualifizierung „Pflege 4.0″ verfolgt, aber auch durch die erfolgreiche Bundesratsinitiative zur Schaffung von Grundlagen zur Refinanzierbarkeit digitaler altersgerechter Assistenzsysteme im Rahmen des SGB XI.


Keynote – Digitalisierung in Pflege und Beratung –Chancen und Herausforderungen

Dr. Grit Braeseke
IGES Institut

In ihrem Vortrag zeigte Dr. Braeseke, dass es in der Pflege vielfältige Einsatzfelder für digitale Technologien gibt und ein breites Spektrum bereits verfügbarer Produkte. Sie verwies auf Gründe, die aus Sicht der Nutzenden für eine Ausweitung digitaler Technologien sprechen, und machte deutlich, wo Hemmnisse für eine intensive Techniknutzung gesehen werden.


Zusatzqualifizierung Pflege 4.0 – Kompetenzen für die Pflege im digitalen Wandel

Anne Röhrig
k.o.s GmbH

Der Beitrag von Anne Röhrig startete mit einem kurzen Film, der die Zusatzqualifizierung Pflege 4.0 im Überblick vorstellt.

Im Anschluss wurden im Vortrag die zentralen Aspekte der Qualifizierung genauer erläutert. Wer in Berlin in der ambulanten oder (teil-)stationären Pflege beschäftigt ist bzw. in der Beratung zu Pflege und Alter tätig ist, kann dieses Angebot nutzen.


Sessions

In den Sessions setzten wir uns mit ausgewählten Aspekten zur Kompetenzentwicklung im Kontext von Digitalisierung in verschiedenen Pflegesettings und in der Beratung zu Pflege und Alter auseinander.


Session 1:
Kompetenzentwicklung im Arbeitsprozess – digital und praxisrelevant

Holzwürfel mit Publikation-Icon

Anne Röhrig
k.o.s GmbH

Um Kompetenzen zu entwickeln, ist immer ein Praxis- und Handlungsbezug notwendig. Mit dem Ansatz einer „praxisbezogenen“ Fragestellung wird bei der Zusatzqualifizierung Pflege 4.0 der konkrete Arbeitsbezug Bestandteil von Wissensaneignung und Kompetenzentwicklung. In der Session wurde dieses methodisch-didaktische Vorgehen näher erläutert und Erfahrungen aus der Umsetzung der Zusatzqualifizierung diskutiert.


Session 2:
Kommunikation verändert sich – digitale Medien zur Erweiterung des Leistungsspektrums

Holzwürfel mit Punkte Icon

Patricia Wemken-Stephan
k.o.s GmbH

Digitale Technologien eröffnen auch im Arbeitsleben neue Kommunikationsmöglichkeiten; in Pflege und Beratung beziehen sich diese Möglichkeiten auf Austausch und Zusammenarbeit zwischen am Pflegeprozess professionell Beteiligten und gleichzeitig auf die Kommunikation mit pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen. Kompetenzen zum Umgang mit digitalen Medien wurden in dieser Session anhand praktischer Erfahrungen aus Pflege und Beratung (Pilotierung) bezogen auf Implementierung und Nutzung diskutiert.


Session 3:
Digitalisierung in der Pflege und Beratung – Zeit für Prozessanpassung und neue Fehlerkultur

Holzwürfel mit Kalender Icon

Melanie Helmig
k.o.s GmbH

Ausgehend von einem Kompetenzrahmen und unter Einbezug praktischer Erfahrungen von Teilnehmenden der Zusatzqualifizierung Pflege 4.0 standen Aspekte von Veränderungsprozessen durch den Einsatz digitaler Technologien im Zentrum dieser Session. Dies umfasst Veränderungsmanagement im und durch den digitalen Wandel, eine neue Fehlerkultur aber auch Mindset, Skillset, Toolset.


Session 4:
Digitale Technologien und Kompetenzanforderungen – Praxiserfahrungen des PPZ Berlin

Holzwürfel mit Lautsprecher-Icon

Dr. Sandra Strube-Lahmann & Dr. Simone Kuntz
PPZ

Im PPZ-Berlin wird daran gearbeitet, innovative Technik in den Pflegealltag zu integrieren. Dabei stehen Verbesserungen der pflegerischen Versorgung und der individuelle Bedarf der zu pflegenden Menschen, die Unterstützung von Pflegeprozessen und in der Pflege Beschäftigten im Mittelpunkt. In der Session wurde anhand konkreter technischer Lösungen aus dem PPZ Berlin diskutiert, über welche Kompetenzen Pflegefachpersonen für den Einsatz dieser Technologien verfügen sollten.


Impulse aus Berlin

Nach den Sessions ging es im Plenum weiter. In vier kurzen Präsentationen wurden Berliner Projekte vorgestellt, die eine Gemeinsamkeit aufweisen: Sie bieten Interessierten konkrete Angebote rund um das Thema Pflege – für unterschiedliche Bereiche und Settings. Digitalisierung ist bei allen vier Beiträgen immer auch ein Thema…

1. Digitale Akademie Pflege 4.0 (DAPF)

Judith Engelke
FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB)

2. Curriculare Arbeit der Pflegeschulen in Berlin unterstützen (CurAP)

Prof. Dr. Cornelia Heinze
Evangelische Hochschule Berlin (EHB)

3. „Leben – Pflege – Digital, Kompetenzzentrum Pflege 4.0“ (LPD)

Jens Lauer
Albatros gGmbH

4. Kooperationen in der Pflegeausbildung (KOPA),

Katrin Weigel
bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH


Ausblick

Gestapelte holzfarbene Bauklötze in hellem Licht mit Symbolen für Pflege und Digitalisierung

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die Teilnahme!

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen wünschen. Und falls wir Ihr Interesse an der Zusatzqualifizierung Pflege 4.0 geweckt haben: Der nächste Durchgang startet am 9. August 2021.